Ich möchte der Pasta ein paar Wochen Urlaub gönnen, weil ich Angst habe, dass sie sich „abnutzt“, aber nicht, ohne euch vorher das Rezept gegeben zu haben, von dem ich heute sprechen werde: Mezze Maniche mit Speck, Rucola und Kirschtomaten. Als ich es kennenlernte, erlebten wir eine Zeit extremer Romanze, in der wir nicht ohne einander leben konnten, 24 Stunden am Tag von ihr träumten, und dann passierte das, was man so schön nennt: „unsere Liebe ging kaputt, weil wir sie zu sehr beansprucht haben“. Kurz gesagt, nachdem ich sie ein paar Monate lang ständig zubereitet hatte, war ich ihrer überdrüssig. Vor ein paar Tagen hatte ich wieder Lust darauf. Ich nehme an, weil man sagt: „alte Liebe rostet nicht“, und ich dachte, ich schulde es euch, sie euch vorzustellen. Sie muss etwas an sich haben, denn mein Partner liebt sie auch, obwohl sie Pomodorini enthält. Er mag sie nicht, was ich so schwer nachvollziehen kann, dass ich mir lieber vorstelle, er hätte als Kind ein Trauma erlitten, als er die Szene mit den „außen kalten, innen 18.000 Grad heißen glühenden Kugeln“ aus Il secondo tragico Fantozzi sah.
Kanntet ihr schon den Speck? Obwohl er aus Tirol stammt, wird er in der Küche anderer Regionen und mitteleuropäischer Länder häufig verwendet. Darunter auch Italien, wo der Speck aus Südtirol sehr geschätzt wird und seine eigene g.g.A. genießt.
In Geschäften, die auf italienische Produkte spezialisiert sind, findet man ihn normalerweise, aber falls ihr ihn nicht finden solltet, kann man ihn durch Serrano-Schinken ersetzen. Es wird zwar die rauchige Note fehlen, aber er passt genauso gut zu den restlichen Zutaten. Was die Kirschtomaten angeht, ob frisch oder aus der Dose, könnt ihr ebenfalls nach euren Vorlieben wählen. Mit Dosentomaten bekommt ihr mehr Saft, sie sind immer süß und in Windeseile angebraten, was bei der Zubereitung etwas Zeit spart. Frische Tomaten sind meist etwas säuerlicher, es sei denn, es ist Saison für diese kleinen, birnenförmigen Tomaten, die ich persönlich liebe.
Übrigens, das heutige Rezept hat mir meine Freundin und Arbeitskollegin María verraten. Sie kennt jede Menge schnelle, einfache und authentisch italienische Rezepte. (Das Rezept für die Stracciatella zum Beispiel hat sie mir auch gegeben). Grazie mille Mari‘! 🙂
Índice
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The card

- 200 g Mezze Maniche oder eine ähnliche kurze Pasta, die ihr zur Hand habt
- 200 g sehr reife Kirschtomaten (wenn ihr sie aus der Dose nehmt, geben sie noch mehr Saft)
- 50 g Speck oder Serrano-Schinken
- 1 Knoblauchzehe
- Eine halbe kleine getrocknete Chilischote (optional)
- 1 Drittel Glas trockener Weißwein
- 50 g Parmesan
- 30 g Rucola
- Olivenöl
- Salz
- Setzt direkt den Topf mit Wasser für die Pasta auf. Achtet auf die Salzmenge im Nudelwasser. Der Schinken macht das Soffritto meist schon salzig genug. Daher ist es besser, die Pasta mit wenig Salz zu kochen.
- Gebt einen guten Schuss Öl in eine Pfanne, die groß genug ist, um die Pasta und das Soffritto darin zu schwenken, und erhitzt es bei sanfter Hitze.
- Fügt die halbierte Knoblauchzehe und die Chilischote hinzu.
- Wenn der Knoblauch goldbraun ist, nehmt ihn und die Chilischote heraus und fügt den in kleine Würfel oder kurze Streifen geschnittenen Schinken hinzu. Kurz anbraten, aber nicht zu lange, da er sonst zäh wie eine Schuhsohle wird.
- Fügt die halbierten Tomaten hinzu und lasst sie mitdünsten.
- Wenn das Soffritto fast fertig ist, gebt den Wein hinzu und lasst ihn einkochen. Probiert das Soffritto und schmeckt es bei Bedarf mit Salz ab, falls es zu fad sein sollte, was ich aber nicht glaube.
- Gießt die Pasta ab, behaltet dabei eine halbe Schöpfkelle Kochwasser zurück und gebt beides in die Pfanne zum Schinken-Soffritto.
- Schwenkt die Pasta ein paar Minuten lang mit dem Inhalt der Pfanne.
- Gebt die zuvor gewaschenen und halbierten Rucolablätter über die Pasta. Die Menge hängt davon ab, wie sehr ihr diese Zutat mögt.
- Hobelt den Parmesan in Späne und gebt ein paar Esslöffel davon über den Rucola.



